Das Förderkonzept der Hermann Tast Schule
0.Präambel
Zentrales Ziel aller pädagogischen Bemühungen an der Hermann-Tast-Schule ist es, die der Schule anvertrauten Schülerinnen und Schüler bestmöglich in ihrer intellektuellen, sozialen, seelischen und körperlichen Entwicklung zu fördern. Das wesentliche Mittel zum Erreichen dieses Ziels – und die Kernaufgabe unseres Bildungsauftrags laut Schulprogramm – ist ein anspruchsvoller Unterricht, der unsere Schülerinnen und Schüler
1 fordert und gleichermaßen fördert.
Ein solcher Unterricht beinhaltet notwendigerweise auch individualisierende Arbeitsformen, also Methoden, die den einzelnen Schüler beziehungsweise einzelne Schülergruppen mit ihren spezifischen Fähigkeiten und Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellen.
Wir erachten es darüber hinaus als sinnvoll, den Unterricht durch außerunterrichtliche Fördermaßnahmen zu flankieren.
Grundsätzlich kann jede Fördermaßnahme nur Erfolg haben, wenn der zu fördernde Schüler über die Bereitschaft zur Teilnahme hinaus ernsthaft motiviert ist, intensiv an der Förderarbeit mitzuwirken. Eine weitere Voraussetzung für das Gelingen ist die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.
Alle Fördermaßnahmen haben das gesamte Leistungsspektrum im Blick. Zum einen werden leistungsschwächere Schüler gestärkt und unterstützt, es gibt Angebote, durch die sie Defizite zielgerichtet aufarbeiten können. Zum anderen ist es der Hermann-Tast-Schule ein ausdrückliches Anliegen, leistungsstarke Schülerinnen und Schüler differenziert zu fördern und so zur Reifung ihrer Stärken und zum Entdecken ihrer Interessen und Begabungen beizutragen.
Dabei ist die Bereitschaft zu selbständigem Denken und kritischer Reflexion besonders zu fördern Die Schüler sollen in ihrem Entwicklungsprozess hin zu einer sozial orientierten und positiven Lebensgestaltung unterstützt werden.
Das Kollegium der Hermann-Tast-Schule hat über Jahre hinweg vielfältige Erfahrungen mit der individualisierten Förderung von Schülern gesammelt, und zwar sowohl innerhalb des Unterrichts als auch ergänzend dazu. Diese Erfahrungen und die zahlreichen daraus resultierenden Förderangebote greift das vorliegende Förderkonzept auf. Es soll die bestehenden Strukturen ab Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2007/2008 koordinieren, bündeln und systematisch ergänzen. Ferner dient es der Qualitätssicherung und der Weiterentwicklung von Unterricht. Damit knüpft das Förderkonzept insbesondere an das Schulprogramm als Instrument schulischer Organisationsentwicklung an.
Aus den geschilderten Überlegungen resultiert für das vorliegende Konzept die folgende Struktur: Zunächst wird die Ausgangslage geschildert. Dabei wird unterschieden zwischen Differenzierungsmaßnahmen innerhalb des Unterrichts und Fördermaßnahmen, die den Unterricht ergänzen. Es folgt auf Basis der Analyse der Ausgangslage die geplante Weiterentwicklung, wobei auch hier die obige Unterscheidung getroffen wird.
Sowohl die Ausgangslage als auch die Weiterentwicklung werden möglichst prägnant dargelegt, um das Wesentliche der pädagogischen Konzeption auszuschärfen. Inhaltliche Ergänzungen, die Beiträge der Fachschaften, ausführliche Beschreibungen einzelner Bausteine sowie relevante Materialien sind schließlich in der Anlage zusammengefasst.
Das Förderkonzept der Hermann-Tast-Schule wurde im Rahmen eines offenen Ausschusses erarbeitet. Es soll in den kommenden Jahren beständig evaluiert und fortentwickelt werden.
1. Die Ausgangslage
1.1 Maßnahmen im Unterricht
Die gezielte Förderung der Schüler im Unterricht wird durch eine Reihe von Maßnahmen erreicht, die an der Hermann-Tast-Schule fester Bestandteil des Unterrichtskonzepts in allen Fächern sind. Dazu gehören:
- Die Miteinbeziehung der Schüler bei der Wahl des Lehrstoffes (nach Maßgabe des Lehrplans und den Vorstellungen des Lehrers).
- Die Bezugnahme auf die Erfahrungs- und Erlebniswelt der Schüler (Altersgemäßheit, Lebensnähe).
- Die Integration gesellschaftlich relevanter und aktueller Themen in den Unterricht.
- Eine Vielfalt an Methoden und Sozialformen, die die Motivation aller Schüler sichert.
- Regelmäßig stattfindende Lernzielkontrollen und Hausaufgaben als Steuer- und Diagnoseinstrument für Lehrer und Schüler.
- Konkrete Problem- und Fehleranalysen als Fixpunkt unterrichtlicher Arbeit.
- Die Nutzung von Diagnoseverfahren, Vergleichs- und Parallelarbeiten.
- Erläuterungen zu Ziffernnoten bei schriftlichen Leistungsfeststellungen, die den Schülern Stärken und Schwächen erklären.
- Ein durchdachter und abwechslungsreicher Medieneinsatz.
- Ein Helfer-System (Stärkere helfen Schwächeren) bei Gruppenarbeiten.
- Das Thematisieren und Trainieren des Bewusstseins, dass der Lernprozess einer Klasse ein Stück Weggemeinschaft, ein gemeinsamer Suchprozess ist.
- Das Ansprechen aller Sinne und die Möglichkeit für Schüler, sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit einzubringen, beispielsweise in Rollenspielen, Dialogen.
- Gezielte Aufgabenstellungen zur Schulung von Konzentration, Geduld und Phantasie.
- Die Anleitung zur Selbsthilfe, indem zusätzliches Übungs- bzw. Informationsmaterial zur Verfügung gestellt wird
- Die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch Schüler/Lehrer im Anschluss an den Unterricht
Ein zentrales Instrument der Förderung innerhalb des Unterrichts stellt die innere Differenzierung dar. Sie erlaubt die Berücksichtigung der unterschiedlichen Leistungsniveaus und Arbeitstempi der Schüler. Beispiele für Maßnahmen innerer Differenzierung, die an der Hermann-Tast-Schule regelmäßig Anwendung finden sind:
- Die Projektarbeit.
- Die Stationsarbeit.
- Die Wochenplanarbeit.
- Der Einsatz von Zusatzaufgaben bzw. Zusatzmaterial, der eine Individualisierung des Arbeitstempos der Schüler erlaubt.
- Unterschiedliche Hilfen, die die zeitgleiche Bearbeitung der gleichen Aufgabe für Schüler mit unterschiedlichem Arbeitstempo ermöglichen.
- Unterschiedliche Aufgaben, die eine Anpassung des Lernstoffs an den Einzelnen ermöglichen.
- Tutorenmodelle, die die Fachkompetenz der schwachen und die Sozialkompetenz der starken Schüler fördern.
- Die Arbeit der Lehrkraft mit einzelnen Schülergruppen, die einerseits das Erreichen elementarer Standards absichert und anderseits Anregungen für Eigenarbeit gibt.
- Das Arbeiten mit Computersoftware, die eine Berücksichtigung unterschiedlicher Leistungsniveaus erlaubt.
1.2 Maßnahmen außerhalb des Unterrichts
1.2.1 Förderkurse
Als zentrales Instrument individueller Förderung fungiert der Lernplan. Die Arbeit mit den Lernplänen hat sich an der Hermann-Tast-Schule bewährt, und zwar insbesondere deshalb, weil bereits eine Vielzahl den Unterricht ergänzender Förderkurse in den Bereichen Sach-, Selbst-, Methoden- und Sozialkompetenz existieren, die im Rahmen der Arbeit mit den Lernplänen in Anspruch genommen werden können (vgl. Überblick in der Anlage). Beispielhaft seien hier genannt:
- Die Motopädagogik-Förderung: Hier bearbeiten Schülerinnen und Schüler unter Anleitung speziell ausgebildeter Lehrkräfte gezielt motorische Defizite. Grund für die Teilnahme können Schwierigkeiten mit der Lesbarkeit der Handschrift genauso sein wie Auffälligkeiten bei der Körper-Koordination oder bei Bewegungsabläufen, aber auch Störungen der Sozialkompetenz.
- Die Lese-Rechtschreib-Förderung für die Klassenstufen 5 und 6. Zunächst wird bei dieser Fördermaßnahme eine differenzierte Diagnostik durchgeführt, auf deren Basis dann gezielt an den Defiziten gearbeitet wird. Dabei wird auf handlungsorientiertes und gestalterisches Lernen Wert gelegt.
- Die Hausaufgabenbetreuung findet an drei Wochentagen in der sechsten Stunde statt und steht nach Anmeldung allen Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 5 und 6 offen. Sie bietet nicht nur Raum für die Erledigung der Hausaufgaben, sondern ermöglicht – da von einer Lehrkraft betreut – die zielgerichtete Nacharbeit von Unterrichtsinhalten.
- Der Projektkurs „Schüler helfen Schülern“: Bei diesem Förderangebot übernehmen Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs nach einem Kompaktkurs in Didaktik und Methodik (ergänzt durch Unterrichtshospitationen) die Betreuung von Schülern der Klassenstufe 5 oder 6, die fachlich oder methodisch-organisatorisch Nachholbedarf haben. Zwei Stunden wöchentlich findet diese Fördermaßnahme in Kleingruppen statt.
1.2.2 Arbeitsgemeinschaften
Die Vielzahl und die Vielfältigkeit der Arbeitsgemeinschaften ist eine Besonderheit der Hermann-Tast-Schule und unterstreicht die Förderorientierung des pädagogischen Konzepts. Es gibt musische, künstlerische, sportliche und sprachliche Angebote für alle Klassenstufen, die leistungsschwächeren Schülern Förderung und Anerkennung sowie leistungsstärkeren Forderung und Anregung bieten. Zum Stand Januar 2008 werden an der Hermann-Tast-Schule 24 Arbeitsgemeinschaften angeboten, einige davon in Kooperation mit außerschulischen Partnern (vgl. Übersicht im Anhang). Beispielhaft seien an dieser Stelle genannt: Die Zirkus-AG, die Literatur-AG, die Fußball-AG, die Theater-AGs, die Spanisch-AG, die Robotik-AG.
1.2.3 Wettbewerbe
Bemerkenswert ist, dass die Hermann-Tast-Schule durch eine Vielzahl schuleigener Stiftungen Unterstützung erfährt (vgl. Überblick im Anhang). Die Stiftungsgelder werden – gemäß dem Stiftungszweck - konsequent in die Förderung der Schülerinnen und Schüler investiert. Insbesondere außergewöhnlich motivierte oder im Unterrichtsalltag nicht ausgelastete Schüler erhalten dadurch die Gelegenheit, sich intensiv mit vertiefenden Inhalten auseinanderzusetzen. Dabei gibt es Angebote für alle Klassenstufen. Beispielhaft seien hier genannt:
- Die Blumensaat-Stiftung. Ein von der Blumensaat-Stiftung ausgelobter Wettbewerb ist zum Beispiel das so genannte Egg-Race. Dieser Wettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8; die teilnehmenden Gruppen mit bis zu drei Schülern erhalten zu Beginn des Schuljahres von einem Team von Lehrkräften, das später auch als Jury fungiert, eine Aufgabe gestellt, deren Lösung Kreativität und handwerkliche Arbeit im Zusammenspiel mit naturwissenschaftlichen Kenntnissen und logischem Denkvermögen erfordert.
- Die Meyer-Hinrichsen Stiftung: Die Preise werden an einzelne Schüler und Schülerinnen oder Schülergruppen (mit bis zu 3 Teilnehmern) vergeben. Für jede Altersgruppe (Mittel- bzw. Oberstufe) wird die Auswahl unabhängig vorgenommen. Die Preise werden vergeben für Arbeiten aus dem Bereich der Naturwissenschaften allgemein sowie des Umweltschutzes speziell und dem Themenbereich Informatik / Mathematik. Entscheidende Kriterien sind Eigeninitiative und persönlicher Einsatz, die Selbstständigkeit der Durchführung und die Originalität der zu erstellenden Arbeit. Das Ergebnis kann z. B. eine Untersuchung, ein Gerät, eine Arbeitsmethodik, eine neue schulische Einrichtung oder ein Rechnerprogramm sein. Die Beteiligung einer Lehrkraft als Ratgeber dient dazu, Ziele zu setzen, einen Rahmen zu schaffen und das Ergebnis messbar zu machen.
- Die Böttcher-Stiftung zur „Förderung und Unterstützung besonderer Leistungen junger Menschen“ im 12. und 13. Jahrgang. Sie lobt Wettbewerbe in den folgenden Bereichen aus: Sport (Triathlon-Wettbewerb), Deutsche Geschichte (Klausur zu einem vorbestimmten Thema), Literatur (Klausur zu einem vorbestimmten Thema), Alte Sprachen (Klausur zu einem vorbestimmten Thema), Kunst (Wettbewerb mittels einer Ausstellung, für die Bewerber/innen zehn Arbeiten aus mindestens drei Bereichen einreichen müssen).
Des Weiteren unterstützt und begleitet die Hermann-Tast-Schule die Teilnahme ihrer Schüler an externen Wettbewerben. Dazu gehören unter anderem:
- Fremdsprachenwettbewerbe.
- Jugend trainiert für Olympia, Kreis- und Landesmeisterschaften in verschiedenen Disziplinen.
- Die Biologieolympiade.
- Die Mathematikolympiade.
- Jugend forscht.
- Die Software-Challenge.
- Der Robotikwettbewerb der Fachhochschule Westküste.
2. Weiterentwicklung der Förderorientierung
Die Mehrzahl der bisher beschriebenen Förderangebote richtet sich an die Klassenstufen 5 und 6. Insbesondere ist zu konstatieren, dass hier ausreichend Angebote vorgehalten werden, durch die eine gezielte Bearbeitung von Lernschwächen erreicht werden kann.
Der Schwerpunkt der Weiterentwicklung liegt deshalb auf den Klassenstufen 7 und 8. Dies erscheint auch sinnvoll, um die Wiederholerquote, die in diesen Klassenstufen oft erhöht ist, ohne Einbußen des fachlichen Niveaus zu reduzieren.
Eine Lücke klafft in diesen Klassenstufen bisher im Bereich der Lese-Rechtschreibförderung. Aber auch Angebote für die gezielte Aufarbeitung fachlicher Defizite fehlen weitgehend. Darüber hinaus wäre für alle Klassenstufen ein Angebot für besonders leistungsstarke Schüler wünschenswert, das ein gelegentliches Ausklinken aus dem Regelunterricht ermöglicht.
Ein zweiter Schwerpunkt auf dem Weg zu mehr Förderorientierung muss die Weiterentwicklung der inneren Differenzierung im Unterricht sein. Zwar finden – wie in der Ausgangslage geschildert – vielfältige Maßnahmen regelmäßig Anwendung. Ziel ist jedoch eine systematische Effizienzsteigerung in diesem Bereich.
Darüber hinaus sind organisatorische Strukturen zu schaffen, die eine Förderorientierung im Unterricht erleichtern.
2.1 Fördermaßnahmen im Unterricht
2.1.1 Arbeit der Fachkonferenzen
Die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität sowie die Intensivierung der inneren Differenzierung ist eine Aufgabe, die im Kern die Fachschaften betrifft. Deshalb sind die Fachkonferenzen gleichsam Dreh- und Angelpunkt der Bemühungen um mehr Förderorientierung im Unterricht.
Derzeit arbeiten an der Hermann-Tast-Schule alle Fachschaften an Arbeitsvorhaben zur individualisierten Förderung im Unterricht, die im Rahmen eines Konferenz-Tages im November 2007 angeschoben wurden (vgl. Anhang). Gemeinsamer Ausgangspunkt ist dabei die Frage, welche Fördernotwendigkeiten in den Klassenstufen 7 und 8 häufig auftreten (und gegebenenfalls zu Klassenwiederholungen führen), wie diese diagnostiziert werden und mit welchen Maßnahmen die Fachschaft darauf zukünftig reagieren wird.
Des Weiteren haben alle Fachschaften entlang der folgenden Leitfragen die Arbeit an einem fachspezifischen Methodencurriculum aufgenommen: Werden durch Methodenvielfalt bei der Gestaltung der Lernarrangements unterschiedliche Lernzugänge, unterschiedlich ausgebildete Lern- und Arbeitstechniken, unterschiedliche Motivationen berücksichtigt? Ist die systematische Weiterentwicklung der Lern- und Arbeitstechniken für eine selbständige Bearbeitung von Aufgaben Bestandteil der Unterrichtsplanung und wie erfolgt deren Umsetzung? Gibt es systematisch geplante und vorstrukturierte Gruppenarbeitsphasen, in denen ein produktiver Austausch der unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten stattfinden kann? Wird im Unterricht über das Lernen gesprochen und wie geschieht dies?
Eine Frist für die Fertigstellung des Methodencurriculums existiert noch nicht. Vielmehr steht zunächst der Prozess der Auseinandersetzung mit diesen Fragen im Mittelpunkt. Zwischenergebnisse und Prozesseinsichten sind den Protokollen der Fachkonferenzen zu entnehmen.
2.1.2 Fortbildungen
Ein weiterer Schwerpunkt im Bemühen um eine systematische Effizienzsteigerung im Bereich innere Differenzierung ist die regelmäßige Fortbildung der Lehrkräfte sowohl extern als auch schulintern. Gefördert werden Verabredungen unter den Lehrkräften, in Parallelklassen wechselseitig zu hospitieren, Unterrichtsprojekte gemeinsam vorzubereiten, Materialien arbeitsteilig zu erstellen und auszutauschen sowie gezielte Fortbildungen zu organisieren.
2.2 Fördermaßnahmen außerhalb des Unterrichts
2.2.1 Förderkurse
Zur Förderung leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler in Klassenstufe 7 und 8 werden Förderkurse in den Hauptfächern eingeführt. Dieses Angebot dient zur Bearbeitung vorübergehender Lernschwächen.
Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Lernplan. Das Angebot findet in der 7. Stunde statt und wechselt täglich, so dass ein Schüler das Angebot im Prinzip in allen Hauptfächern wahrnehmen könnte. Alle Förderkurse finden im „Förderraum“ statt, in dem für jedes Fach ein Schrank mit Materialien bereit stehen wird. Die Materialien sollen eine individualisierte Förderung ermöglichen. Die Förderkurse werden durch eine Lehrkraft des jeweiligen Faches betreut. Die Teilnahme ist für ein Halbjahr verbindlich.
Das Angebot wird mit dem Schuljahr 2008/2009 starten. Ein vorheriger Beginn wird aufgrund der derzeit massiven Einschränkungen durch die Baumaßnahmen im gesamten Schulgebäude als nicht sinnvoll erachtet.
Schon zu Beginn des kommenden Halbjahres wird eine Zusammenarbeit mit der Volkshochschule im Bereich Lese-Rechtschreib-Förderung verwirklicht, die unser bereits für die Klassenstufen 5 und 6 bestehendes Angebot in diesem Bereich sinnvoll ergänzt. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 können dann im Rahmen der offenen Ganztagsschule in Kleingruppen von einer speziell ausgebildeten VHS-Mitarbeiterin gezielt unterstützt werden. Für dieses Angebot ist ein Kostenbeitrag der Eltern notwendig.
2.2.2 Drehtürmodell
Besonders begabten Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 5 bis 10 soll die Möglichkeit geboten werden, für maximal zwei Stunden wöchentlich den Regelunterricht zu verlassen, um an Projekten zu arbeiten. Diese Stunden sind im Stundenplan (für alle Klassenstufen gleich) fixiert. Die Projekte sind zwei bis drei Themenfeldern (zum Beispiel Sprachen, Mathematik/Naturwissenschaften) zugeordnet. Die Stunden werden von einer Lehrkraft pro Themenfeld betreut, die die Zielsetzung des Projektes mit dem Schüler (bzw. idealer Weise mit einer Schülergruppe) gemeinsam entwickelt und die Umsetzung betreut.
Es gibt für dieses Angebot einen festgelegten Raum („Förderraum“), der sich in der Nähe der Schülerbibliothek befindet. Formal findet eine Anbindung an einen Lernplan statt. Um bürokratische Hemmnisse zu reduzieren, kann dieser Lernplan auf die Empfehlung beschränkt werden, an dem hier in Rede stehenden Förderangebot teilzunehmen. Das Elterngespräch kann dann telefonisch erfolgen.
Das Ausklinken aus dem Regelunterricht geschieht in Absprache mit dem Fachlehrer. Steht beispielsweise eine Klassenarbeit oder ein wichtiger Termin an, so sollte der Schüler dem Regelunterricht nicht fernbleiben. Es liegt in der Verantwortung des Schülers, den im Regelunterricht versäumten Stoff selbständig nachzuholen. Auch dieses Angebot beginnt aufgrund der Baumaßnahmen mit dem Schuljahr 2008/2009.
3. Evaluation
Das vorliegende Förderkonzept soll in den kommenden Jahren beständig evaluiert und fortentwickelt werden. Steuergruppe dieses Prozesses ist ein offener Ausschuss, dem Lehrkräfte, Eltern und Schüler angehören werden. Sie beurteilen, was inzwischen erfolgreich umgesetzt worden sein wird und nun unter das vorhandene Angebot rubriziert werden kann und auch, was sich inzwischen als überholt oder untauglich erwiesen haben wird.
Wesentliche Indikatoren für den Erfolg des vorliegenden Förderkonzepts werden sein: Dass Lehrkräfte aller Fachschaften weiterhin zahlreich an Fortbildungen zum Thema „individualisierte Förderung“ teilnehmen und die dort gewonnenen Erkenntnisse in die Fachschaftsarbeit einbringen. Dass die Protokolle der Fachkonferenzen die intensive Diskussion um eine nachhaltige Förderorientierung widerspiegeln. Dass die Anzahl der Klassenwiederholungen bei unbedingter Aufrechterhaltung des hohen fachlichen Niveaus gesenkt wird. Dass die Anzahl der Teilnehmer an Stiftungs- und an externen Wettbewerben sich weiter erhöht.
Stand: 3. Februar 2008