PRÄVENTION AN DER HTS
Präventionsarbeit ist mehr als das Reagieren auf Vorfälle von Suchtmittelkonsum an Schulen. Im Erlass vom 11.09.1992 wird als übergeordnetes Ziel der
„Aufbau eines Gesundheitsverhaltens“ verstanden,
„bei dem sich der einzelne Schüler gegenüber seinem Körper, der eigenen geistig-seelischen Entwicklung und dem sozialen Umfeld sowie der Gesellschaft verantwortlich verhält“ – eine umfassende Aufgabe also.
An der HTS wurde im Laufe der vergangenen Jahre ein Präventionskonzept entwickelt, dessen einzelne Bausteine immer wieder im Hinblick auf ihre Wirksamkeit überprüft werden müssen. Im Folgenden werde ich diese Bausteine kurz vorstellen, um damit in einem größeren Kreise von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie im Kollegenkreis die Diskussion anzuregen, inwieweit unser Konzept greift, wo Änderungen, Ergänzungen oder Abstriche nötig sind.
Aktuelle Untersuchungsergebnisse über den Suchtmittelkonsum an Schulen belegen sehr eindeutig, dass Nikotinkonsum die wichtigste Einstiegsdroge ist. Mit dem in den 6. Klassen eingeführten Baustein
„BE SMART – DON‘T START“ wird versucht dem Raucheinstieg entgegenzuwirken. Das Thema Rauchen wird in dieser Klassenstufe im Biologieunterricht, z.T. fächerübergreifend in den Fächern Deutsch und Religion unter Gesundheitsaspekten behandelt. Eine Veranstaltung des Diakonischen Werkes, Husum, Abteilung Suchtprävention, vermittelt den SchülernInnen einen Einblick über Suchtentstehung und –vermeidung und bieten den Eltern dieser Klassenstufe im Rahmen eines Elternabends die Möglichkeit in einem offenen Gespräch Fragen zu stellen, aber auch über ihre Unsicherheiten und Ängste im Hinblick auf einen möglichen Drogenkonsum ihrer Kinder zu sprechen.
In der Klassenstufen 7 wird das Projekt
„Prävention im Team (PIT)“ im Rahmen des Klassenunterrichts in Zusammenarbeit mit den Fächern Religion und Philosophie durchgeführt, das durch externe Fachkräfte unterstützt wird. Dieses Projekt bietet die Möglichkeit,
„das Normenbewusstsein der Jugendlichen zu stärken und sie anzuleiten, im Zusammenleben mit anderen Menschen verantwortungsvoll zu handeln sowie Konflikte und Probleme konstruktiv zu lösen“. Abhängig vom Interesse der jeweiligen Klasse sollen die Schwerpunktthemen Gewalt und Diebstahl Sucht behandelt werden. In Ausnahmefällen kann auch hier der Baustein "Sucht" eingesetzt werden.
Mit den 10. Klassen wird im Rahmen des Biologieunterrichts das
Fachkrankenhaus für Suchtkranke in Bredstedt besucht. Die SchülerInnen erfahren hier im direkten Gespräch mit Suchtkranken, die auf dem Weg sind ihren Entzug erfolgreich abgeschlossen haben, wie Sucht entsteht und wohin Sucht führen kann. Im Biologieunterricht wird zeitgleich die Wirkung von Drogen auf das Nervensystem behandelt.
Konkrete Bausteine für die Oberstufe gibt es zur Zeit noch nicht. Da es unseren OberstufenschülerInnen erlaubt ist, auf dem Raucherhof zu rauchen, sind z. B. „Raucherentwöhnungsprogramme“ angedacht. Deren Realisierung scheitert im Moment noch am geringen Interesse der betroffenen SchülerInnen.
Für die Durchführung der oben genannten Bausteine sind die jeweiligen KlassenlehrerInnen in Zusammenarbeit mit der/m jeweiligen FachlehrerIn verantwortlich.
Ein weiterer wichtiger Baustein in der Präventionsarbeit ist die Streitschlichtung, über die bereits ausführlich in den HTS Mitteilungen berichtet wurde. Zur Zeit sind sechs Schülerinnen im Bereich der Streitschlichtung aktiv. Auch auf Elternebene wird im Rahmen des Schulelternbeirates daran gearbeitet, ein Konzept der Mediation (Streitschlichtung) für betroffene Eltern zu entwickeln.
Ob dieses Präventionskonzept wirklich an der Realität unserer Schüler und Schülerinnen ansetzt und ob es letztendlich auch Wirkung zeigt, bleibt nach wie vor fraglich.
Aus diesem Grund ist es sehr zu begrüßen, dass sich im vergangenen Jahr eine
Elterninitiative gegründet hat, die daran mitarbeiten möchte, das Präventionskonzept der HTS weiterzuentwickeln. Auf Anregung dieser Gruppe wurde im Oktober 2002 die Veranstaltung „Suchtmittelkonsum an Schulen und Möglichkeiten in der Präventionsarbeit“ an der HTS durchgeführt, die auf breites Interesse in der Eltern- und Lehrerschaft stieß.