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DIE SCHACH-AG
„Schach hilft Kindern, mannigfaltige Fähigkeiten und Charaktereigenschaften zu entwickeln, die im späteren Leben sehr nützlich sind: Logik, die Fähigkeit, Dinge zu Ende zu denken und korrekte Entscheidungen zu treffen, und die Fähigkeit, Verantwortung für diese Entscheidung zu übernehmen. Das Schachspiel erzieht zur Disziplin.“
Anatoli Karpow, ehemaliger Schachweltmeister

Schach als Arbeitsgemeinschaft gibt es an der Hermann-Tast-Schule bereits seit vielen Jahren. Zweimal wöchentlich (montags in der 6. Stunde sowie dienstags in der 7. und 8. Stunde) treffen sich derzeit etwa 20 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 11 in Raum 166 (über der Aula).
Die Schach-AG steht Anfängern genauso offen wie Fortgeschrittenen; Ambitionierten genauso wie denen, die nur zum Vergnügen die eine oder andere Partie spielen wollen.
Um eine kontinuierliche Förderung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, wird jedem Anfänger ein im Schachspiel erfahrener Mentor zur Seite gestellt. So gelingen schnell Fortschritte, die den Erwerb des so genannten Bauerndiploms des Deutschen Schachbundes ermöglichen. Mit fortschreitender spielerischer Entwicklung kann dann auch das Turm- beziehungsweise das Königsdiplom durch eine schriftliche Prüfung erworben werden.
Für wettkampfbegeisterte Spielerinnen und Spieler gibt es in der Schach-AG eine Rangliste, an der jeder, der das Bauerndiplom bestanden hat, teilnehmen kann. Möchte ein Spieler in der Rangliste aufsteigen, so muss er den vor ihm liegenden Spieler herausfordern und besiegen.
Regelmäßig fahren Mitglieder der Schach-AG zu Turnieren wie Landes- oder Schulmeisterschaften. Tradition hat mittlerweile sowohl der Vergleich als auch das gemeinsame Training mit den Schach spielenden Seniorinnen und Senioren der Husumer Altenbegegnungsstätte.

Nils Bücker

SCHACHSCHULE IN DER ABS AM 12. MAI 2006
„Heute spielen wir alle gegen den Weltmeister“, strahlt der elfjährige Thore Flatterich bei der Ankunft in der Altenbegegnungsstätte. Nein, der Weltmeister war dann doch nicht gekommen, dafür aber der amtierende schleswig-holsteinische Senioren-Landesmeister und mehrmalige Husumer Stadtmeister Klaus Seeck.
Zum zweiten Mal fand diese Schachschule für Jung und Alt statt, zu der sich 11 Senioren der Altenbegegnungsstätte sowie 13 Schülerinnen und Schüler der Hermann-Tast-Schule trafen. Nachdem in der Vergangenheit bereits mehrere Turniere zwischen Junioren und Senioren in der Altenbegegnungstätte stattgefunden hatten, stand diesmal wieder der Wunsch im Vordergrund, gemeinsam etwas dazuzulernen und miteinander zu trainieren, wie die Organisatoren Monika Höring (ABS) und Nils Bücker (HTS) übereinstimmend erläutern.
Seeck begann mit einem kurzen Vortrag zu den Prinzipien einer Eröffnung. "Bringe die Dame nie zu früh ins Spiel" und "rochiere so frühzeitig wie möglich" lauteten nur zwei seiner Ratschläge. Dann kommt es zu der mit Spannung erwarteten Simultanpartie, Seeck spielt parallel gegen zwölf jeweils aus Junior und Senior bestehende Teams. Bis zu 70 Jahren beträgt der Altersunterschied dieser ungleichen Paare, denn zwischen zehn und 86 Jahre sind die Spieler alt. Viele der Senioren bringen mehr als 50 Jahre Schach-Erfahrung mit, während die „alten Hasen“ auf Seiten der Schüler sich maximal seit fünf Jahren mit den karierten Brettern beschäftigen.
Während Seeck von Brett zu Brett eilt und innerhalb weniger Sekunden routiniert den nächsten Zug durchführt, wird auf der Gegenseite intensiv beraten. Bereits nach wenigen Zügen auf allen Brettern ein ähnliches Bild: Es wird mühsam verteidigt. „Wir haben ja nur noch halb so viel Platz wie er“, bedauert Lena Röhr (11). „Ihr wehrt Euch tapfer“, tröstet Seeck. „Wenn er einen Moment länger bei uns verweilen muss, haben wir schon viel gewonnen“, stapelt Peter Rosin (70) ein Brett weiter tief.
Dann reichen die ersten „gemischten Doppel“ Seeck die Hände, der König steht ausweglos, Matt. Zu diesem Zeitpunkt scheint es, als ob der Landesmeister alle Partien gewinnen wird. Doch etwa 20 Züge und etliche Gläser Cola beziehungsweise Tassen Kaffee später wendet sich das Blatt noch einmal. Ein Murmeln unterbricht die konzentrierte Stille, dann spricht es sich wie ein Lauffeuer herum: Tisch 3 hat ein Remis erreicht. Kurz darauf vermelden Werner von Dollen und Carsten Möller sogar ihren Sieg, und schließlich gelingt es auch Friedrich Clasen mit seinem Junior-Partner Johann Imgrund, Seeck mit einer Läufer-Kombination zur Aufgabe zu zwingen. Johann, der im Bayern-Trikot von Roy Makaay angetreten ist, freut sich: „Das war noch mal ein schönes Spiel“. Und es klingt fast, als wolle er die Schach-Saison verabschieden. Denn so groß die Begeisterung für das königliche Strategie-Spiel auch ist. Gegen die Fußball-Weltmeisterschaft hat das Schachspielen bei den Junioren in den nächsten Wochen wohl keine Chance.

(Artikel aus den Husumer Nachrichten)



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