DIE ARCHÄOLOGIE-AG
Wir, das sind in erster Linie Mädchen und Jungen aus der 5. - 8. Klasse, arbeiten nun seit über einem Jahr in dieser Ag. Unsere ersten Projekte haben wir in dem Jubiläumsjahr der Schule bearbeitet und durften sie auch im Mai einer großen Öffentlichkeit vorstellen.
Die Arbeit der AG ist praktisch ausgerichtet. Wir haben z.B. versucht, einen Palast aus der Zeit, als die Griechen Troja belagerten und letztendlich zerstörten, zu rekonstruieren. Der Palast hat eine Grundfläche von 100 x 140 cm und steht immer noch ausgestellt im ersten Obergeschoss der Schule. Die Bilder, die den Tapetenersatz bilden, kann man auch heute noch in Museen, z.B. auf Kreta oder in Mykene und Tyrins in Griechenland sehen.
Eine andere Gruppe hat eine Rüstung eines Kriegers aus derselben Zeit hergestellt. Wir haben mit ganz einfachen Materialien gearbeitet. Jeder hat irgend etwas von zu Hause mitbringen können: z.B. Styropor als Wände für den Palast oder Kaninchendraht als Grundgerüst für den Schild und den Brustpanzer.
Wieder andere haben einen ganzen Klassenraum in die Unterwelt verwandelt. Viele der antiken Gruselwesen wurden in "Beinahe-Lebensgröße" erstellt und zwischen farbigen Bettlaken im Raum verteilt. Alles war dunkel und sogar eigen"stimmig" hergestellte Geräusche sollten unseren Besuchern einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Wer in die Unterwelt musste, kam an Charon, dem Fährmann nicht vorbei. Schließlich ruderte er die Seelen der Verstorbenen über den Fluss, der die Grenze zu unserer Welt bildete. Den nächsten Schrecken bekamen die bleichen Schatten beim Anblick des Wächters, in Gestalt eines riesigen dreiköpfigen Hundes, namens Kerberos. Was dem Menschen für ein böses Leben drohte, kann man an dem armen Sisyphos erkennen. Auf dem Bild sieht man, wie er mit letzter Kraft einen Stein den Berg hinaufschiebt. Eine Pause darf er sich nicht gönnen; denn sobald er oben ankommt, macht der Stein sich selbstständig und folgt der Schwerkraft hinab. Also, Sisyphos, keine Müdigkeit vorschützen; wälze ihn von neuem hinauf!
Unser neues Projekt ist weniger erschreckend; wir arbeiten an einem Mosaik. Als Vorlage dient uns eines aus einem Haus in Pompei: das sogenannte Nil-Mosaik. Wir wollen es aber nicht einfach Stein für Stein nachbauen. Das ist ja nicht notwendig, da man es dort immer noch sehen kann. Wir nehmen "nur" die Grundelemente - ganz viele Tiere und Pflanzen - und entwickeln ein farbenfrohes neues Mosaik daraus, das auch einen schönen Platz in der Schule finden soll, an dem es jeder sehen kann. Unsere Vorlagen haben wir erst mit Kartoffeldruck und Papierfitzelchen ausprobiert; aber demnächst klappern wir die Baumärkte ab und erbetteln Fliesen in den Farben, die wir am besten gebrauchen können. Unsere Vorlagen dienen dazu, bei den Ansprechpartnern Neugier und somit Spendenbereitschaft zu erwecken.
Christiane Freitag
FOTOS DES PROJEKTS